Portugiesisch-Deutsches Branchenbuch
Directório Empresarial Luso-Alemão

Im März wurde uns das neue Branchenbuch angekündigt, das seit 2003 nicht mehr aktualisiert worden war. Nun liegt es in gedruckter Form vor als DIN A4 Heft von 56 Seiten. Im Vorspann mehr oder weniger lesenswerte Artikel – zweisprachig natürlich – von José António Vieira da Silva, dem portugiesischen Minister für Wirtschaft, Innovation und Entwicklung, der Direktorin von aicep Portugal Global (Berlin) Élia Rodrigues, der Journalistin Cristina Krippahl und dem Präsidenten der Federação de Empresários Portugueses (VPU) Simeon Ries. Dann eine Auflistung – mit Adressen und Telefonnummern – der bundesweit ansässigen portugiesischen Firmen, Handwerksbetriebe und sonstigen Unternehmen in alphabetischer Reihenfolge: von Advogados über Cabeleiros, Fotógrafos, Médicos, Seguros, Transportes bis Zoo.
Dabei wird nicht noch mal nach Standort unterteilt, was bei den allermeisten Sparten auch keinen Sinn machen würde, da sie über eine Handvoll Eintragungen nicht hinausgehen. Anders sieht das schon bei den Abteilungen Cafés (hier hätte man Pastelarias subsummieren sollen!) und Restaurantes aus. Hamburg dominiert hier mit seinen über 40 Restaurants und über 70 Cafés, die sich dann verstreut zwischen ihren Kollegen der restlichen BRD finden, weil es nach der alphabetischen Reihenfolge der Namen der verschiedenen Etablissements geht. Aber leider ist auch dieses Prinzip nicht konsequent durchgehalten, so dass gerade die Seiten über die Restaurants sich mehr als chaotisch präsentieren. Verschiedene Hamburger Restaurants tauchen zweimal auf, das Ribatejo in der Bahrenfelder Straße sogar einmal unter der alten Bezeichnung Cantinho (nicht Cantina!) de Silves und einmal unter dem neuen Namen.
Noch viel ärgerlicher ist die Tatsache, dass sich in dem Verzeichnis jede Menge Hamburger Restaurants finden, die es seit Jahrzehnten nicht mehr gibt. Angesprochen auf diesen Missstand, beruft sich der Herausgeber Mário dos Santos vom Portugal Post Verlag (Dortmund) auf ihm vorliegende offizielle Verzeichnisse, z. B. von der Handelskammer. Doch in Anbetracht der Nachlässigkeit seiner Landsleute bei Ein- und Austragungen dieser Art hätte Mário dos Santos sich authentischerer Quellen bedienen sollen, z. B. unserer Homepage, die ein ständig aktualisiertes Verzeichnis der portugiesischen Cafés und Restaurants bietet. Das Gleiche gilt für die Übersetzer/innen. Hamburg besitzt mit Maralde Meyer-Minnemann, Karin von Schweder-Schreiner und Barbara Mesquita gleich drei renommierte Übersetzerinnen, die aber allesamt nicht im Branchenbuch auftauchen.
Die Portugiesisch-Hanseatische Gesellschaft freut sich, am Ende des Heftes einen Platz in der erlauchten Reihe der 16 Endereços úteis/Wichtige Adressen berücksichtigt zu sein, selbst wenn es sich bei der 2. angegebenen Nummer (46 00 88 41) um unsere Fax-Nummer und nicht um eine weitere Tel.-Nr. handelt.
Trotz dieser Lücken und Anachronismen ein nützliches Kompendium und seine € 7,50 allemal wert. Zu bestellen über Portugal Post Verlag, Burgholzstr. 43, 44145 Dortmund. Tel. 0231 – 83 90 289.
Peter Koj
Directório Empresarial Luso-Alemão. Portugiesisch-Deutsches Branchenbuch. Portugal Post Verlag, Dortmund 2010