Die schlimmste Feuerkatastrophe seit dem Erdbeben von 1755 zerstörte am 25. August 1988 große Teile des Stadtviertels Chiado. Ganze Straßenzüge des Viertels standen in Flammen. Explodierende Gasflaschen hatten das Feuer in rasender Geschwingkeit weiter wachsen lassen. 18 Gebäude, meist aus dem 18. Jahrhundert, mit einer Grundfläche von mehr als 7.000 qm wurden ein Opfer des Feuers und brannten teilweise bis auf die Grundmauern nieder. Zwischen 200 und 300 Menschen verloren ihre Wohnung. Beim Löscheinsatz der Feuerwehr verlor ein Mann sein Leben und mehrere Helfer wurden mit Verletzungen und Brandvergiftungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Foto Copyright Claus Bunk
Heute, 24 Jahre nach dieser Katastrophe, erinnert fast nichts mehr an diesen Brand. Das bis auf die Grundmauern ausgebrannte Kaufhaus Grandella beherbergt heute ein hochmodernes Shopping Center. In die Nachbarschaft sind nach dem Wiederaufbau Modehäuser wie H&M eingezogen. Die stark in Mitleidenschaft gezogene Rua Garrett hat sich zur Flaniermeile für wohlhabende Konsumenten gemausert. Durch die Anbindung dieses Stadtteils an das Metronetz von Lissabon ist der Chiado für die in den Randgebieten lebende Bevölkerung leichter erreichbar geworden. Wer es allerdings geruhsam liebt, nimmt die historische Linha 28 der Straßenbahn.
Den Besucher erinnert hier nicht mehr viel an die alten Zeiten des historischen Lissabon. Erhalten gebliebene Geschäfte, wie das Kaffeehaus A Brasileira mit der Fernando Pessoa Statue vor der Tür oder Casa Perreira stehen als letzte verbliebene Überbleibsel für den Charme des alten Lissabon. Der Wiederaufbau des Chiado nach dem großen Brand, geleitet vom Architekten Álvaro Siza aus Porto, wurde 20 Jahre nach dem Brand 2008 endlich abgeschlossen. Der Architekt ließ die alten Fassaden des Chiado renovieren oder er ließ sie rekonstruieren an Stellen, wo sie völlig zerstört waren. Normale Wohnungen und Mieter wird man in diesem Bereich heute wohl eher vergeblich suchen; die wurden durch die Verdoppelung der Immobilienpreise vertrieben und im Inneren der Häuser entstanden statt Wohnungen nun Büroflächen. Dies ist heute auch ein Grund für die Entvölkerung des Chiado nach Geschäftsschluss, ein Problem, das auch in vielen anderen europäischen Metropolen Kopfschmerzen bereitet. Die folgenden RTP Orginalaufnahmen erinnern an die Katastrophe.